Theorie ist gut, aber am Ende entscheidet die Praxis. Wann genau gerät ein mittelständisches Unternehmen an den Punkt, an dem die eigene IT-Abteilung oder der bestehende Dienstleister an ihre Grenzen stoßen? Es sind meistens nicht die alltäglichen Aufgaben, die Probleme machen, sondern die großen strategischen Wendepunkte.
Hier sind drei konkrete Szenarien aus unserer Praxis, bei denen ein externes Cloud-Mandat den entscheidenden Unterschied macht.
Fall 1: Das Angebot des Dienstleisters prüfen (Die Migrations-Falle)
Die Ausgangslage: Ein etabliertes Unternehmen möchte sein zentrales ERP- oder CRM-System in die Cloud verlagern. Der langjährige IT-Dienstleister legt ein Konzept und ein entsprechendes Angebot vor. Die Summe ist sechsstellig.
Das Problem: Niemand im Unternehmen kann die technische Architektur des Angebots wirklich beurteilen. Ist das überdimensioniert? Werden wir hier in eine technologische Sackgasse manövriert (Vendor Lock-in), aus der wir nie wieder herauskommen?
Die Lösung durch den externen Architect: Als neutraler Sparringspartner prüfen wir das Angebot auf Herz und Nieren. Wir verhandeln mit dem Dienstleister auf Augenhöhe, streichen unnötige Posten und sorgen für eine zukunftssichere Architektur. Das Ergebnis: Oft sinken die Projektkosten um 20 bis 30 Prozent – und das Unternehmen behält die Fäden in der Hand.
Fall 2: Wenn die Kosten explodieren (Der Cloud-Schock)
Die Ausgangslage: Das Unternehmen ist bereits vor zwei Jahren erfolgreich in die Cloud migriert. Alles läuft stabil, die Mitarbeiter sind zufrieden.
Das Problem: Die monatlichen Rechnungen von AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud steigen seit Monaten scheinbar unkontrolliert an. Die interne IT findet im Tagesgeschäft keine Zeit für eine tiefgehende Analyse, und der Dienstleister hat wenig Anreiz, die Kosten zu senken, da er oft prozentual an den Umsätzen mitverdient.
Die Lösung durch den externen Architect: Durch gezieltes Cloud-Controlling (FinOps) durchleuchten wir die Infrastruktur. Wir schalten ungenutzte Ressourcen ab, optimieren Lizenzmodelle und passen die Architektur an den tatsächlichen Bedarf an. In der Praxis lassen sich die laufenden Betriebskosten so oft dauerhaft und massiv senken.
Fall 3: Das Unternehmen wächst – die IT-Struktur nicht
Die Ausgangslage: Ein Unternehmen wächst rasant von 20 auf 80 Mitarbeiter. Die IT-Infrastruktur wurde über die Jahre pragmatisch hochgezogen – vieles läuft über improvisierte Cloud-Speicher und Zuruf.
Das Problem: Plötzlich hakt es überall. Daten sind nicht synchron, Zugriffsrechte sind unklar und das Arbeiten im Homeoffice wird zum Sicherheitsrisiko. Der interne IT-Mitarbeiter ist mit dem Support und dem Einrichten neuer Laptops komplett ausgelastet. Ihm fehlt die Zeit für ein neues Gesamtkonzept.
Die Lösung durch den externen Architect: Wir übernehmen nicht das Tagesgeschäft, sondern setzen uns mit der Geschäftsführung zusammen, um die IT-Infrastruktur neu zu ordnen. Wir entwerfen eine skalierbare Cloud-Strategie, die mit dem Unternehmen mitwächst, und steuern die Umsetzung durch interne oder externe Kräfte.