Ein Großhändler für technische Bauteile, 40 Mitarbeiter, zwei Standorte. Warenwirtschaft aus 2011, Webshop seit 2018, Buchhaltung die immer parallel lief. Alle drei mit ihrer eigenen Wahrheit über Bestände, Preise und Kunden.
Der Vertrieb hatte gelernt, damit zu leben. Er rief vor jedem Angebot intern an, um den echten Lagerbestand zu erfragen. Der Webshop war faktisch eine Schaufensterseite - wer wirklich kaufen wollte, schrieb eine Mail.
Warum das niemand angefasst hatte
Nicht weil es niemanden störte. Sondern weil alle das Gefühl hatten, eine Lösung bedeute ein großes Projekt. Neue Software. Migration. Schulungen. Stillstand.
Diese Angst ist verständlich - und meistens übertrieben.
Zwei Wochen Analyse ergaben: Die Warenwirtschaft war das führende System mit den besten Daten. Webshop und Buchhaltung bekamen ihre Daten nicht von dort - sondern manuell und parallel gepflegt.
Was wir verändert haben
Keine neue Software. Wir haben eine Middleware eingerichtet, die die Warenwirtschaft als Single Source of Truth behandelt. Lagerbestände, Preise und Kundendaten fließen automatisch in den Webshop und werden täglich mit der Buchhaltung abgeglichen.
Die Kundenstammdaten wurden einmalig bereinigt - drei Tage Arbeit, kein Projekt.
Was sich danach verändert hat
Der Vertrieb ruft nicht mehr intern an. Der Webshop wird aktiv für Bestellungen genutzt, weil Kunden ihm vertrauen können. Buchungskorrekturen in der Buchhaltung haben sich halbiert.
Die Systeme, die seit Jahren im Einsatz waren, haben ihre Aufgabe gut gemacht - sie waren nur nie sauber verbunden worden.
Datenchaos ist selten ein Technologieproblem. Es ist ein Architekturproblem.