Anfang 2023 kam Marcus W. auf uns zu. Geschäftsführer eines Zulieferers, 120 Mitarbeiter, Standort Ulm. Seine IT bestand aus einem externen Dienstleister, der "irgendwie alles macht", einer gewachsenen Server-Landschaft im Keller und einem internen IT-Mitarbeiter, der hauptsächlich Drucker reparierte.
Kein Drama. Kein Notfall. Aber das Gefühl, dass die IT das Unternehmen nicht mehr trägt — sondern bremst.
Der Ausgangspunkt
Wir haben keine Analyse-Woche gemacht und kein 60-seitiges Gutachten geschrieben. Stattdessen drei Gespräche: eines mit Marcus, eines mit dem IT-Mitarbeiter, eines mit dem externen Dienstleister.
Das Bild war schnell klar: Gute Menschen, unklare Verantwortlichkeiten. Niemand wusste genau, wer für was zuständig war. Der Dienstleister reagierte, statt zu gestalten. Der interne Mitarbeiter wollte mehr — hatte aber keinen Auftrag.
Was sich geändert hat
Wir haben keine neue Software eingeführt. Keinen Dienstleister ausgetauscht. Keine große Migration gestartet.
Wir haben Verantwortlichkeiten geklärt. Schriftlich, konkret, mit Namen. Wer entscheidet was. Wer wird informiert. Wer hat Budgetfreigabe bis zu welcher Höhe.
Der interne IT-Mitarbeiter bekam einen neuen Titel — und einen echten Aufgabenbereich. Er ist heute interner IT-Koordinator, sitzt in der Geschäftsleiterrunde und verantwortet die Dienstleistersteurung selbst.
Der externe Dienstleister bekam einen neuen Vertrag — mit klaren SLAs, klaren Eskalationswegen, und einem jährlichen Review.
18 Monate später
Marcus hat mir neulich geschrieben. Der IT-Koordinator hat eigenständig die erste Cloud-Migration vorbereitet und durchgeführt — Microsoft 365, Schritt für Schritt. Der Keller-Server steht noch, wird aber planmäßig abgelöst.
Was mich freut: Er hat es selbst gemacht. Wir waren 18 Monate lang Begleitung, nicht Ausführung. Das ist der Unterschied, den wir anstreben.
Was das kostet
Weniger als ein gescheitertes Projekt.